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Nov

14

Das Kap hat noch mehr zu bieten

Cape Town

Wenn Sie Besucher des Kaps fragen, was sie hier vorhaben, füllen die üblichen Aktivitäten die Liste – Tafelberg, Robben Island, District Six, Kirstenbosch Gardens, Cape Point, The Waterfront, Gansbaai zu Walbeobachtungen und Haitauchen, Boulders Strand wegen der Pinguine, Paarl und Franschhoek zum Essen und Trinken, Garden Route usw. Es gibt wirklich so viel zu tun im Kap, geschweige denn im Rest Südafrikas!!!

Und doch gibt es etwas, das all diese Orte auf eine Weise verbindet und das Kap zu einem einzigartigen und besonderen Ort macht. Im Jahr 2004 ernannte UNESCO das Kap-Florenreich zum Weltkulturerbe und erklärte es als Biodiversitätshotspot von internationaler Bedeutung.

Julie and Dave West Coast National Park

Zu diesem Zweck fasst das Weltkulturerbe acht repräsentative Schutzgebiete ein:

  • Table Mountain National Park – das wohl bekannteste Gebiet, das Bereiche wie Cape Point, Silvermine und den Tafelberg einschließt

  • De Hoop Nature Reserve – von der Whale Coast in der Overberg-Region bis vorbei an Bredasdorp

  • Cederberg Wilderness Area – 300 km von Kapstadt die Westküste entlang, bis fast nach Clanwilliam

  • Groot Winterhoek Wilderness Area – in der Overberg-Region nahe der Stadt Tulbagh, mit einer Bergspitze von 2077 m

  • Baviaanskloof Mega Reserve – eine Fläche von etwa 500 000 Hektar zwischen den Bergketten von Baviaanskloof und Kouga in der Nähe von Port Elizabeth im Ostkap

  • Boland Mountain Complex – zusammengesetzt aus dem Jonkershoek Nature Reserve, Assegaaibosch Nature Reserve, Kogelberg Nature Reserve, Hottentots Holland Nature Reserve und dem Limietberg Nature Reserve

  • Boosmansbos Wilderness Area – in der Overberg-Region 20 km nördlich von Heidelberg im östlichen Langeberg-Gebirge

  • Swartberg Complex – in der Cape Karoo mit dem Swartberg Nature Reserve, Gamkapoort Nature Reserve und Towerkop Nature Reserve

Boosmansbos Wilderness Area

Diese acht Bereiche umfassen eine große Vielfalt von Pflanzenarten, die das Kap-Florenreich ausmachen, und durch den Schutz dieser Gebiete bleibt zu hoffen, dass der Großteil der biologischen Vielfalt dieses Naturwunders für zukünftige Generationen erhalten bleiben kann.

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Interessanterweise sind viele dieser Schutzgebiete zur gleichen Zeit gebirgige Wassereinzugsgebiete, so dass dies ein zusätzlicher Anreiz bleibt, die natürliche Schönheit, die es hier im Überfluss gibt, zu schützen. In diesen Gebieten treffen Sie auch auf einige wahre Perlen, wie “de hel” im Gamka-Tal im Swartberg, wo man das Leben, wie es vor hundert Jahren gewesen sein muss, erleben kann. Dies ist einen Besuch absolut wert!

Swartberg Nature Reserve

Ein Großteil des Pflanzenreichs setzt sich aus dem Fynbos-Biom (vom niederländischen Wort „fynbosch“ – Feinbusch) zusammen, obwohl ein Großteil davon zur Erikafamilie gezählt werden. Man erkennt sie an ihren kleinen widerstandsfähigen Blättern, die wie Heidekraut aussehen. Wie viele andere Naturgebiete steht auch die Kapregion und ihr Pflanzenreich unter enormem Druck durch Lebensraumverlust, Bodenzersetzung und invasive gebietsfremde Pflanzen. Deshalb wird es immer wichtiger, die Menschen aufzuklären und Bewusstsein für die Bedeutung der Naturwunder unserer Region zu wecken.

Einige interessante Tatsachen über das Kap-Florenreich:

South African Floral Beauty

  • Das Kap-Pflanzenreichs ist das kleinste der sechs weltweit anerkannten Florenreiche. Es ist jedoch so vielfältig, dass es auf gleicher Ebene mit dem großen Boreal-Florenreich, das sich über ganz Nordamerika und einen Großteil von Europa und Asien erstreckt, steht.

  • Einige der zahlreichsten und bekanntesten Pflanzenarten sind die Protea-Familie (Proteaceae), die Familie der Heidekrautgewächse (Ericaceae) und der Riedgräser (Restionaceae).

  • Weitere Pflanzenarten sind Sandveld, Renosterveld und Afromontaner Wald.

  • Das Kap hat die größte Konzentration von nicht-tropischen Pflanzenarten in der Welt und umfasst ein ganzes Pflanzenreich.

  • Das Kap-Florenreich besteht aus über 8500 Pflanzenarten, von denen mehr als 68% einheimisch sind!

  • 1996 identifizierte die WWF in ihrem Bestreben, die Natur auch in Zukunft zu bewahren, das Kap-Florenreich als eines der zwanzig wichtigsten von weltweit 200 Haupt-Ökoregionen.

  • South African Floral Beauty

  • Fynbos-Biodiversität erzielt fast ZAR80 Millionen jährlich durch Tourismus und Fynbos-Produkte.

  • Ein Großteil des Fynbos braucht Feuer zur Regenerierung, aber man nimmt an, dass dies in der Vergangenheit seltener stattgefunden hat als es heutzutage der Fall ist, z.B. alle 15-20 Jahre. Wenn es Brände gibt, werden in der folgenden Saison in der Regel eine Vielzahl von Blumenarten zu neuem Leben erweckt.

  • Kirstenbosch National Botanic Garden wurde 1913 gegründet und widmet sich der einheimischen Flora des Landes. Über 7000 Arten werden dort kultiviert. Kirstenbosch war der erste botanische Garten, der in ein Weltnaturerbe aufgenommen wurde.

  • Der Frühling (September bis Oktober) ist die beste Zeit, um die jährlichen Massenblumenfelder zu sehen, aber viele der schönen Pflanzen blühen zu unterschiedlichen Zeiten des Jahres. Wir sind mit Hunderten von Kilometern an Wanderwegen in unseren Reservaten und Parks gesegnet und zu Fuß lassen sich am besten blühende Pflanzen entdecken.

Wenn Sie also das nächste Mal im Kap sind, planen doch Sie eventuell einen Besuch der weniger bekannten Reservate ein und unternehmen Sie eine Wanderung zu einigen der verborgenen Schätze dieser Region– um das herrliche Kap-Florenreich zu entdecken.

Julie and Dave West Coast National Park